Typisch Mann! – 8 Männerklischees in Sachen Mode

„Fußball, Autos, Bier und Sex!“ – Typisch Mann eben? Ein klassisches (Vor-) Urteil über das männliche Geschlecht. Davon gibt es natürlich unzählige und man(n) wurde höchstwahrscheinlich im Laufe des Lebens mit dem einen oder anderen konfrontiert. Jeder kennt sie – ob sie zutreffen oder nicht, ist natürlich von Mann zu Mann unterschiedlich.

Meist bestehen Klischees aus vermeintlichen negativen Angewohnheiten, aber es gibt auch durchaus positive Klischees. Beispielsweise eilt Männern der gute Ruf voraus, ausgezeichnete Einparkfähigkeiten und Technikkenntnisse sowie einen exzellenten Orientierungssinn zu besitzen. Auch sollen sie Beschützer sein und eine starke Schulter zum Anlehnen in schwierigen Zeiten bieten.

Aber wann ist der Mann ein Mann? Diese Frage stellte sich einst auch Herbert Grönemeyer und zählte in seinem Song Eigenschaften auf, die man Mitte der 1980er noch mit Männern verband. Heute würde der Songtext wahrscheinlich anders lauten. Denn der Mann hat seither viele neue Attribute gesammelt. Er ist nicht mehr nur Problemlöser, Liebhaber, Sportler, Heimwerker, Baumeister. Nun ja, wie immer im Leben ist das einzig Konstante die Veränderung, weshalb Männer auch nicht über einen Kamm geschert werden sollten.

Doch obwohl sich die Geschlechterrollen in den letzten Jahren enorm gewandelt haben, halten sich einige Klischees hartnäckig. Welche das in der Mode sind? Im Folgenden zeigen wir wahre, halbwahre und unwahre Klischees zu Mann und Mode, Mode und Mann. Wer erkennt sich wieder?

1. Ein Anzug macht schlauer

„Man kann nie zu gut gebildet oder zu gut gekleidet sein.“ – Oscar Wilde, Dichter

Scheinbar denken das viele Männer, wenn sie in einem Anzug unterwegs sind. Ob bewusst oder nicht, spielt in diesem Fall keine Rolle. Überraschenderweise bestätigt eine Studie aus den USA: Männer im Anzug treffen die klügeren Entscheidungen.

Forscher der California State University in Northridge haben die Wechselwirkung zwischen den Denkprozessen des menschlichen Gehirns und der Kleidung untersucht. Das Ergebnis? Ja! Kleider machen Leute! Unsere Weltanschauung und -wahrnehmung hängt unter anderem auch von unserer Kleidung ab. Besser gesagt davon, ob wir formell oder eher informell gekleidet sind. Übrigens tritt dieser Effekt nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen auf.

Wie ist das nun genau? Je formeller man(n) gekleidet ist, desto abstrakter ist das Denken. Laut der amerikanischen Studie bewahrt man(n) im Anzug eher den Überblick über das Ganze, hat eine breitere Sichtweise und verliert sich nicht allzu sehr in Details.

Aber führt diese Fähigkeit des abstrakteren Denkens zu klügeren Entscheidungen bzw. am Ende zu mehr Erfolg? Ja! Denn: Diese Eigenschaft gilt als Schlüsselattribut von erfolgreichen Geschäftsmännern. Auch in Sachen Finanzen hilft sie: Anstatt spontanen Impulsen nachzugehen, wird hier bei langfristigen Investitionen ein kühler Kopf bewahrt.

Anzug an und schon ist man intelligent? Nein, nicht ganz. Das wäre zu schön, um wahr zu sein! Es geht hier wohl mehr um den psychologischen Aspekt und somit um das Gefühl, welches die Kleidung dem Träger vermittelt. Formelle Kleidung wird meist in einem weniger persönlichen Kontext getragen. Das heißt, auch die Perspektive und innere Haltung sind abstrakter und weniger persönlich. Deshalb können Männer in Anzügen Kritik besser verarbeiten, während bei einem legeren Look schneller am eigenen Selbstwert gezweifelt wird. „Formelle Kleidung bewirkt, dass wir uns mächtig fühlen, und das verändert unsere grundsätzliche Sicht auf die Welt”, zitiert die Zeitschrift „The Atlantic” einen der Studienautoren, Abraham Rutchick.

Nun wird ja Casual Wear immer mehr zur Alltags- und Bürokleidung und der Anzug immer seltener. Da stellt sich die Frage: Nehmen die symbolische Stärke und der psychologische Effekt des Anzugs nun zu? Nach dem Motto: Je seltener etwas ist, desto wertvoller wird es? Wie ist Ihre Erfahrung …?

2. Männer sind Jäger – auch beim Shoppen

„Alle großen Männer sind bescheiden.“ – Gotthold Lessing, deutscher Schriftsteller

Frauen shoppen, Männer kaufen ein! – Diese Annahme wurde durch das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag der Outfittery GmbH einmal genauer unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis: Männer sind Jäger und gehen zielstrebig einkaufen. Die Devise lautet: Rein ins Geschäft, kaufen und wieder raus. Laut Studie legt ein Drittel der Männer Wert darauf, dass der Einkauf vor allem schnell und effizient abläuft. Eine Aufgabe, die eben abgehakt werden muss! Männer wissen bereits vorher, dass sie ein dunkelgraues Sakko brauchen und suchen gezielt danach. Deshalb kommen die meisten Männer auch mit dem gewünschten und gesuchten Kleidungsstück nach Hause.

Das andere Geschlecht geht hier gänzlich anders vor. Frauen bummeln gerne, stöbern und nehmen sich Zeit, Neues zu entdecken. Sie wollen sich inspirieren lassen. Shopping als Freizeit-Event! Deshalb kommen Frauen auch häufig mit spontanen und impulsiven Einkäufen nach Hause.

Wenn es ums Shoppen geht, trennen die Geschlechter also Welten.

3. Männer in Geschäftsanzügen wirken sexy

„Everything has Beauty, but not everyone sees it“ – Konfuzius, chinesischer Philosoph

Männer im Anzug sind ein Augenschmaus – das ist zumindest die Meinung vieler Frauen und Männer. Der erste Eindruck zählt … und der ist im Anzug zumeist positiv. Unsere Meinungsbildung erfolgt innerhalb von Sekunden. Schnell überzeugen kann man(n) im Anzug als Statussymbol, das Intelligenz, Stärke und Souveränität repräsentiert. Den Mann, der eben – in den Köpfen der Menschen zumindest – fest im Leben steht. Dazu kommt: Ein Mann im Anzug bewegt sich und handelt tatsächlich anders. Das wirkt auf Frauen und Männer meist beeindruckend.

Belegt wird dies durch eine Studie von Vera Heeslinger. Ursprünglich ging es hier um die Frage, ob potenzielle Partner als attraktiver bewertet werden, wenn diese rote Kleidung tragen. Das konnte zwar nicht bestätigt werden, aber dafür kam besagter anderer interessanter Effekt zum Vorschein. Männer im formalen Outfit, also Geschäftsanzügen, wurden attraktiver eingestuft als Männer im Casual bzw. sportlichen Outfit.

Also liebe Männer: Öfter mal einen schicken Anzug angezogen – damit steigt der Grad an Attraktivität! Ein gepflegter optischer Eindruck ruft bei Ihrem Gegenüber Respekt und Wertschätzung hervor.

Damit sowohl beim ersten als auch beim hundertsten Date nichts schiefgeht, haben wir hier nochmals die wichtigsten Tipps zur Kleidungswahl zusammengestellt:

1. Perfekt sitzende Kleidung
2. Saubere Schuhe, die zum Gesamtoutfit passen. Denn das ist laut einer Umfrage für die meisten Menschen ein Indikator dafür, ob das Gegenüber Geschmack hat.
3. Bewährte Basics funktionieren immer. Beim Anzug sind Schwarz bzw. dunklere Farben klassisch. Ein weißes oder beiges Hemd ist sowohl zur gepflegten Jeans als auch zur Chino gerne gesehen. Basics lassen sich gut kombinieren und sehen zu jedem Anlass schick aus.

4. Männer sind Modemuffel

„Sich gut zu kleiden ist eine Frage der guten Manieren.” – Tom Ford, amerikanischer Modedesigner

Aufwendige Deko, tolle Lichtkonzeption, edle Flächen und eine riesige Auswahl. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wohl eher nicht! Das ist beim Shopping in den zahlreichen Modeläden meist auch den Frauen vorbehalten. Und was ist mit den Männern? Abgespeist in einer kleinen Abteilung oder im Untergeschoss des Ladens in der hintersten Ecke mit zwei Kabinen und einer Farbauswahl, die von Schwarz über Grau bis Dunkelblau reicht. Kein Wunder, dass hier das Klischee des „Modemuffels Mann“ bestätigt wird.

Laut der Branchenstudie „Textilmarkt 2020“ der Strategieberatung Oliver Wyman werden Männer von den Modehändlern als Zielgruppe stark vernachlässigt. Das bedeutet auch, dass die Präsentation der Waren für einen Einkauf meist wenig motivierend ist. Aber: Männer wollen Mode – abwechslungsreich, exklusiv und stylisch. „Männer vermissen abwechslungsreiche Schnitte und Passgenauigkeit“, sagt Engagement Manager Sarah Roesener, die die Studie begleitet hat.

Natürlich gelten die obigen Ausführungen nicht für alle Läden und Hersteller. Es gibt durchaus Herrenmode-Anbieter und Labels, die Männern ein einzigartiges Shoppingerlebnis bieten möchten und ihren Wünschen gerecht werden!

Denn Männer sind auf dem Vormarsch, sowohl was Mode- als auch Körperbewusstsein anbelangt. Immerhin gehen laut einer Studie des Off-Price-Kaufhauses TK Maxx knapp die Hälfte aller befragten Männer mittlerweile sehr gern bis gern shoppen. Shopping löst eben doch Glücksgefühle aus! Und nicht nur in Sachen Mode möchten Männer sich zeigen, selbstbewusst auftreten und sich wohl in ihrer Haut fühlen. Auch die Körperpflege hat zugenommen, was man unter anderem auch an der zunehmenden Beliebtheit von Barbershops sieht. Das ist auch den zahlreichen Men-Fashion Herstellern klar und das Klischee des Modemuffels Mann wird zunehmend abgebaut. So stellte auch das Magazin Forbes mit Erstaunen fest: „Einzelhändler müssen sich an die Vorstellung gewöhnen, dass der Kleiderkauf nicht länger Frauensache ist”.

5. Männer kaufen lieber im Laden, als stundenlang im Internet zu recherchieren

„Die Männer haben keine Geduld. Deswegen haben sie ja den Reißverschluss erfunden.“ – Senta Berger, Schauspielerin

Stimmt! Bei der Verbraucherbefragung des Markforschungsinstituts GfK gaben mehr als die Hälfte der Männer an, ihre Bekleidung im stationären Handel zu kaufen. Im Internet ist die Auswahl oft enorm und es ist schwierig, den Überblick zu behalten. Geschweige denn, das Gesuchte schnell zu finden. 31 % der männlichen Befragten gaben an, den Kleidungskauf und das Zusammenstellen von Outfits als stressig zu empfinden und diesen Tätigkeiten daher eher ungern nachzugehen.

Im Gegensatz dazu wird ungefähr die Hälfte des weiblichen Geschlechts laut Studie im Netz fündig. Kaum verwunderlich: Frauen suchen Inspiration und große Auswahl. Und wo gibt es das mehr als im WWW!

Allerdings vergleichen Männer die Preise gerne im Internet und recherchieren, wo es das gesuchte Kleidungsstück am günstigsten gibt. Das zeigten Ergebnisse einer Studie des Marktforschungsinstitutes First Insight.

6. Männer lieben Hemden

„Wenn Sie von mir wissen wollen, was ich mir wünschte, entworfen zu haben, wäre es das weiße Hemd. Ein Hemd ist der Ausgangspunkt von allem. Alles andere kommt danach.“ – Karl Lagerfeld, Modeikone

Männer lieben Hemden – und das sogar mit steigender Tendenz. Vor 20 Jahren waren durchschnittlich noch zwei Hemden weniger im Kleiderschrank. Das bestätigte jetzt Walbusch in einer Studie. In Deutschland besitzen 98 % der Männer Hemden. Und das nicht zu wenig: 15,5 Stück pro Mann im Durchschnitt. Selbst wenn daneben viele Pullover und Shirts im Schrank hängen, greift man(n) am liebsten zum Hemd. Das macht auch Sinn, glaubt man der Studie. Denn: Jeder zweite Mann fühlt sich mit Hemd immer gut angezogen. Jeder vierte Mann gibt zu, durch das Tragen von Hemden mehr Selbstbewusstsein und Souveränität zu bekommen. Dazu sind Hemden bequem und für die meisten Anlässe geeignet. Die Qualität und die Materialien spielen hier eine große Rolle. Getreu nach dem Motto: Wer billig kauft, kauft zweimal. Scheinbar lautet die magische maskuline Kleiderformel: Qualitativ hochwertig, modern, dezent und klassisch!

7. Die Unterwäsche ist Männern egal

„Ist Eleganz nicht zu vergessen, was jemand trägt?“ -Yves Saint Laurent, französischer Modeschöpfer

Was Männer über ihre Unterwäsche denken? AskMen.com hilft weiter. In einer Umfrage gab knapp die Hälfte zu, sich durch das Tragen von schöner Unterwäsche sexy zu fühlen. Es ist Männern also nicht egal, wie es „untenrum“ aussieht!

Aber welches Modell ist unter den Männern das begehrteste? Ziemlich unbeliebt mit nur 2 % ist der Stringtanga. Auch weiße Unterhosen und lange Boxershorts liegen nicht ganz so hoch im Kurs. Der klare Sieger: kurze, enger anliegende Boxershorts. Sie schmiegen sich wie eine zweite Haut an. In hochwertiger Qualität fühlen sie sich gut an, sehen gut aus und sind bequem. Was will man(n) mehr?

8. Der deutsche Mann als Erfinder des Looks „Socken in Sandalen“

„Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher“ – Albert Einstein, Physiker

Das Tragen von Socken in Sandalen gilt als absoluter Mode-Fauxpas. Scheinbar waren die Vorreiter dieser „modischen Erfindung“ deutsche Touristen, die zwar mit ihrem Look spöttisch betrachtet wurden, aber gleichgültig weiterliefen. Vor allem bei älteren Herrschaften, die sich nicht um die neusten Trends kümmerten, wurde der Mode-Fauxpas gesichtet. Sind also nun die Deutschen wirklich der Ursprung dieser weltweit verrufenen Kombination?

Über die Ursprünge der Sandalen-Socken-Kombination ist nicht viel bekannt. Sowohl bei Grabungen in einer Stätte der Antike in England als auch in Ägypten fand man Hinweise darauf, dass damals schon Socken in Sandalen getragen wurden. Doch spricht auch einiges dafür, dass die Deutschen diesen Mode-Fauxpas erfunden haben: Schließlich waren deutsche Touristen jahrelang die reiselustigsten, und da wollten sie natürlich auch im Ausland nicht auf Komfort verzichten. Deshalb wählten sie Schuhe, die ihren Pantoffeln ähnelten. So zumindest Lena Sämann, Ressortleiterin Vogue Digital, über eine mögliche Erklärung.

Soweit also zu den gängigsten Modeklischees über Männer. Und wie Sie selbst wissen, gibt es zahlreiche mehr. Und das nicht nur bezogen auf Mode! Wie viel Wahrheit in diesen Klischees steckt? Sagen wir mal so: Zumindest die Vorurteile in Bezug auf das Einkaufsverhalten von Mann und Frau kommen nicht von ungefähr. Dass beide Geschlechter unterschiedlich shoppen, ist bewiesen und liegt an verschiedenen Faktoren. Aber natürlich gibt es auch immer wieder Ausnahmen. Ob man diesen Stereotypen mit einem milden Lächeln begegnet oder man energisch dagegen vorgeht, mag jeder selbst entscheiden. Fakt ist: Klischees über die Männer- und Frauenwelt gab es, gibt es und wird es immer geben. Denn das Urteilen über andere ist eine Funktion unseres Verstandes, die wir wohl nie ganz aufgeben können.

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Ihr CARL GROSS Team

2019-11-18T08:55:36+01:00