Anzug Qualität: Wie Sie einen hochwertigen Anzug erkennen | CARL GROSS

Anzug Qualität zählt: Wie Sie einen hochwertigen Anzug erkennen

„Wer billig kauft, kauft zweimal“, heißt ein Sprichwort. Gerade beim Anzugkauf sollten Sie dieses Motto beherzigen. Denn an einem billigen Anzug werden Sie wenig Freude haben. Ein Anzug von Qualität hingegen, sitzt gut, ist angenehm zu tragen und ist haltbar. Lassen Sie sich beim Kauf gut beraten. Oder aber, lesen Sie unseren Qualitätsguide. Wir zeigen Ihnen in 4 Schritten, wie Sie einen qualitativ hochwertigen Anzug erkennen.

Schritt 1: Wählen Sie die richtige Passform!

Das hochwertigste Material kommt nicht zur Wirkung, wenn der Anzug nicht perfekt passt. Der Fokus der Beratung sollte zunächst darauf liegen, das richtige Modell für Sie zu finden. Das bedeutet nicht, dass Ihr Anzug von der Stange weg sitzt. Im Gegenteil: Meist passt ein Änderungsschneider Details an, bevor Sie Ihren Qualitätsanzug das erste Mal tragen können.

Anzug Passform Carl Gross

Dann werden Sie merken: Es gibt nichts angenehmeres als ein gut sitzendes Outfit: Das Material schmiegt sich an Ihren Körper ohne Sie einzuengen. Selbst in Bewegung sitzt der Kragen perfekt, wirft das Revers keine Falten. Ein geübter Blick erkennt, dass die Passform an der Schulter genau richtig ist: nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz. Das Gesamtbild aus Sakkolänge, Knopfanzahl, Taillenweite und Länge der Ärmel stimmt. Wer hier noch detailliertere Informationen will, kann sich gerne den Anzug-Passform-Guide von CG – CLUB of GENTS durchlesen.

Schritt 2: Setzen Sie auf Naturfasern!

Während Sie sich in Sachen Passform an klare Regeln halten können, haben Sie beim Material die Qual der Wahl. Hier lohnt es sich genau hinzusehen. Das Gewebe ist nicht nur entscheidend für Ihr Aussehen. Das Material ist auch ausschlaggebend dafür, ob Sie leicht ins Schwitzen geraten, oder nicht. Ob der Anzug schnell knittert oder Fusseln bildet. Ob Sie an dem Dress lange Freude haben, oder ob er schnell abgewetzt aussieht.

Widmen Sie Ihren ersten Blick der Stoffzusammensetzung. Einen Qualitäts-Anzug erkennen Sie am feinen Garn aus Naturfasern. Im Gegensatz zu ausschließlich synthetischen Stoffen lassen diese Atmungsaktivität zu und verhindern, dass Sie schnell ins Schwitzen kommen und dass der Anzug einen unangenehmen Geruch entwickelt. Unter den Naturfasern finden sich vor allem Schurwolle- seltener in Anzügen Baumwolle, Leinen, Kaschmir, Seide. Daneben gibt es Mischungen aus verschiedenen Materialien.

Virgin Wool

Schurwolle und die S-Zahl

 Zu den beliebtesten und bewährtesten Rohstoffen für Anzug-Obermaterial gehört die Schurwolle. Sie überzeugt durch zahlreiche Vorteile: Ihre Fasern sind langlebig, knitterarm und formstabil und passen sich an die Körperform an. Sie ist atmungsaktiv, und sowohl bei wärmeren, als auch kühlen Temperaturen gut zu tragen.

Anzug Qualität S Zahl

In der Verarbeitung der Schurwoll-Fasern gibt es Unterschiede, vor allem bei der Feinheit des Garns. Diese Unterschiede werden in Fachkreisen mit der „Super Zahl“ angegeben und stehen bei namenhaften Herstellern auf den Etiketten des Anzuges. In Kurzform finden Sie Bezeichnungen wie 120s oder 150s. Die Super Zahl beschreibt dabei den Querschnitt des Garns. Je höher die S-Zahl, umso feiner ist das genutzte Garn. Unter einem Mikroskop ließe sich das im Fadendurchmesser belegen. Wenn Sie sich nun sagen: „Ich entscheide mich für die höhere S-Zahl und erhalte so den leichtesten Anzug.“, liegen Sie richtig! Beachten Sie jedoch: Mit unterschiedlicher Stoffqualität variiert die Funktion. Ein Anzug mit Super 150s oder mehr ist durch seine Leichtigkeit ideal für wärmere Tage geeignet, knittert aufgrund der feinen Beschaffenheit des Stoffes leichter und nutzt sich schneller ab. Mit Super 110 bis 130 liegen Sie für den Alltag genau richtig.

In modernen Anzügen finden sich Fasermischungen, die den Oberstoff zum hochfunktionellen Gewebe machen. Anteile von Kunstfasern können die Eigenschaften von Naturfasern ergänzen und unterstützen und den Anzug vor allem alltagstauglich und haltbar machen.

Der Carl Gross Performance Suit beispielsweise, besteht mit 65% Schurwolle überwiegend aus bewährtem Naturmaterial. Weitere 25% Polyester-, 8% Polyamid-, 2% Elasthananteil und die spezielle Miktropartikel-Behandlung machen den Anzug zum hochfunktionalen Kleidungsstück. Die Kunstfasern Polyester und Polyamid sorgen für Leichtigkeit, Formstabilität, Knitterfreiheit und Haltbarkeit. Elasthan sorgt für gute Dehnbarkeit, denn es kann auf das Dreifache seiner ursprünglichen Länge gedehnt werden und in seine Ausgangsform zurückkehren.

Schritt 3: Das Innenmaterial des Anzugs

Während der Oberstoff des Anzugs schon optisch von seiner Qualität zeugt, bleibt das Innenmaterial meist im Verborgenen. Für das Aussehen und den Tragekomfort ist es allerdings genauso entscheidend. Unter Innenmaterial verstehen wir den Futterstoff, der direkt auf der Haut aufliegt und die Einlagen, die zwischen Ober- und Futterstoff verarbeitet werden.

Der Futterstoff

Das Futter des Anzugs liegt direkt auf der Haut auf und sollte deshalb, ebenso wie der Oberstoff, möglichst aus Naturfasern bestehen. Das kann beispielsweise Viskose sein. Eine Faser, die zwar synthetisch hergestellt wird, jedoch aus Zellulose, also Naturfasern, gewonnen wird. Die Vorteile dieses Materials sind gute Trageeigenschaften, Robustheit und Luftdurchlässigkeit. Wer keine Kompromisse machen möchte, setzt auf ein Futter aus Seide. Diese ist robust, leicht, bequem, wärmt im Winter und kühlt im Sommer.

Futter Anzug Sakko

Die Einlagen

Vollkommen unsichtbar, und dennoch für Aussehen und Qualität unentbehrlich, sind „Einlagen“. Dabei handelt es sich um Gewebeschichten, die in bestimmten Bereichen, beispielsweise im Frontbereich des Sakkos oder im Revers, unter dem Futter auf die Oberstoff-Rückseite aufgebracht werden. Sie geben dem Anzug die perfekte Form. Die Einlage muss auf die Art des Oberstoffes, das verwendete Garn und die Webdichte abgestimmt sein, um am Ende ein makelloses Aussehen zu garantieren. Beim Tragen liegt der Stoff so im Idealfall faltenfrei am Körper an.

In der günstigsten Variante werden Stoffeinlagen aus Baumwolle oder Leinen durch Hitzeeinwirkung vor dem Zusammensetzen der Schnitteile auf den Oberstoff geklebt. Das gibt Form, Festigkeit und Stand, wirkt jedoch oft auch steif.

Hochwertigere Verarbeitungsweisen verzichten ganz oder teilweise auf das Kleben der Einlagen. Zugunsten der Sprungkraft, Beweglichkeit, Atmungsaktivität, Passform und der Haltbarkeit des Anzuges werden die Einlagen mit speziellem Stich entweder vollständig (Full Canvas) oder teilweise (Half Canvas) eingenäht. Den höchsten Komfort bietet dabei die „Full-Canvas-Variante“. Also die, bei der die Einlage durchgehend mit einem elastischen Stich auf der Rückseite des Oberstoffes fixiert ist. Statt Baumwolle oder Leinen nutzt man dann bessere Qualität: Das traditionellste und hochwertigste Material für diese Art der Einlagen ist Rosshaar. Das Naturmaterial bietet spürbar ideale Elastizität, Atmungsaktivität und Beständigkeit.

Schritt 4: Die Verarbeitung muss stimmen

Neben Material und Schnitt spielt ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle: die Verarbeitung!

Nähte

Die Königsklasse erkennen Sie mit genauem Blick – beispielsweise auf die Nähte. Ein qualitativ hochwertiger Anzug weist im Vergleich kürzere Stichlängen auf, als die günstige Konkurrenz. Das bringt Stabilität und Haltbarkeit. Ist er sorgfältig gearbeitet, ist der Nahtverlauf gerade und gleichmäßig. Nahtenden sind an wenigen sauber überlappenden Rückstichen zu erkennen, aus denen keine Fadenenden herausschauen. Am einfachsten lassen sich die Nähte übrigens in der Anzughose überprüfen.

Stoffübergang

Weist der Anzug ein Muster auf, achten Sie auf die Schulterpartie: Dort sollte das Muster ohne Bruch über die Naht hinweg verlaufen. Auch ohne Muster lohnt sich ein genauer Blick auf den Übergang zwischen Schulter und Ärmel. Diese anspruchsvolle Nahtstelle sollte eine saubere Silhouette ohne Wellen oder Beulen aufweisen. Der Ärmel sollte gerade fallen, ohne Falten zu werfen oder sich zu verdrehen.

Knöpfe und Knopflöcher

Ebenfalls gut zu erkennen sind Qualitätsunterschiede im Bereich der Knöpfe und Knopflöcher. Ein gut verarbeitetes Knopfloch weist ein gleichmäßiges Nahtbild auf. Ein perfekt eingesetzter Knopf hat einen „Stiel“. Das bedeutet, dass der Knopf – im besten Fall aus Naturmaterial – nicht direkt am Stoff aufliegt, sondern der Dicke des Sakkos entsprechend ein mit Garn umwickelter Stiel vorhanden ist. Das bringt dem Knopf spürbar Stabilität und sorgt bei geschlossenem Sakko dafür, dass der Stoff im Knopfbereich nicht eingeklemmt ist, sondern idealen Bewegungsraum hat.

Weitere Details

Zahlreiche Kleinigkeiten können eine „sartoriale“, eine sich nach traditionellem Schneiderhandwerk richtende Verarbeitung, noch betonen: Eine Handstichkante am Revers, durchgeknöpfte Ärmelschlitze, ein Schmuckknopf, aufgesetzte Taschen und so weiter.

Am Ende ist es das Zusammenspiel aus dem großen Ganzen – Passform und Rohmaterialien – und vielen kleinen Details, das einen qualitativ hochwertigen Anzug von einem Günstigen unterscheidet.

Sorgfältig ausgewählt, abgestimmt und verarbeitet, beansprucht die Herstellung eines Qualitätsanzugs viel Zeit. Der Preis ist aufgrund des hochwertigen Materials und der deutlich aufwendigeren Verarbeitung höher. „Eine lohnende Investition!“, wird jeder bestätigen, der einmal einen Qualitätsanzug tragen durfte. Neben offensichtlichen Vorzügen ist der unvergleichliche Tragekomfort das wichtigste Argument für Ihre Wahl.

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2018-08-30T12:35:57+00:00